Chronik der Firma

Die heutige Firma EPP u. WIEBE GmbH kann auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken - eine wechselvolle Geschichte, die von Kriegswirren, unermüdlichem Unternehmergeist und familiärem Zusammenhalt geprägt war.

Den Grundstein legte der junge Dipl. Ing. für Maschinenbau und Elektrotechnik Gerhard Epp, der nach seinem Studium als Konstrukteur in der Daimler-Motoren-Gesellschaft tätig war. In Charkow, dem heutigen Charkiw in der Ukraine gründete er am 10. Januar 1910 seine erste eigene Firma, die sich rapide entwickelte. Neben dem Verkauf von Autos, Motoren und landwirtschaftlichen Maschinen wurden elektrotechnische Anlagen und Hei- zungsanlagen hergestellt.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 setzte dem erfolgreichen Unternehmen ein jähes Ende. Gerhard Epp wurde nach Sibirien verschleppt. Erst 1918 konnte er nach Deutschland fliehen. In Stutthof, dem heutigen Sztutowo bei Danzig, gründete Gerhard Epp im Jahr 1920 sein zweites Unternehmen, die Firma Epp & Görlich, deren alleiniger Inhaber er 1930 wurde. Neben den bereits früher ausgeübten Tätigkeiten kam jetzt auch die Her- stellung von Plattenheizkörpern hinzu.

Doch auch dieser Erfolg währte nicht lange. Am 3. Mai 1945 musste Gerhard Epp mit seiner Tochter aus erster Ehe und einem kleinen Kreis von Mitarbeitern in den Westen fliehen, um einer Gefangennahme durch die russi- schen Truppen zu entgehen. Schließlich wurde Preetz für alle zur neuen Heimat. In der Wakendorfer Straße konnte Gerhard Epp leer stehende Gebäude pachten, wo er mit seinen ehemaligen Mitarbeitern wieder neu an- fangen konnte.

Anfangs ging es um Reparaturen von Maschinen und Kraftfahrzeugen, später kam ein kleiner Autobusbetrieb hinzu. Aber schon Anfang der 50er Jahre wurde der Heizungsbau wieder aufgenommen und 1954 die Produktion von Plattenheizkörpern. Die große Presse steht noch heute in einer Ecke der Werkshalle.

Gerhard Epp war in zweiter Ehe mit seiner Frau Elise, verwitwete Wiebe, verheiratet. Ihr ältester Sohn, der Dipl. Ing. Hans-Joachim Wiebe trat zu Beginn des Jahres 1957 als Angestellter in die Firma ein. Als der Firmen- gründer 1959 starb, übernahmen Elise Epp und Hans-Joachim Wiebe das florierende Unternehmen. Anfang 1968 kam Gerhard Epp als weiterer Sohn in die Firma. Später kam mit Peter Wiebe noch ein weiterer Sohn in die Firma, der zunächst einen Zweigbetrieb in Grömitz leitete.

Nach dem Ausscheiden von Elise Epp Ende 1980 übernahm Peter Wiebe den Zweigbetrieb in Grömitz als eigenständigen Betrieb und hat ihn seinerseits auch schon vor etlichen Jahren an einen seiner Söhne abge- geben.

In Preetz übernahmen die beiden Brüder Hans-Joachim Wiebe und Gerhard Epp die Firma. Das Unternehmen wurde weiter ausgebaut und in den 70er Jahren zählte die Belegschaft über 50 fest angestellte Mitarbeiter.

Mitte der 70er Jahre wurde auch der Sanitärbereich in das Repertoire mit aufgenommen. Dieser Bereich ist im Laufe der Jahre zunehmend ausgebaut worden. Neben den Schwerpunkten Heizungs- und Lüftungsbau sowie Sanitärinstallationen wurden über viele Jahrzehnte auch Serviceleistungen etabliert.

Mitte der 90er Jahre wurde die Produktion der Plattenheizkörper für die Vermarktung über eine Hamburger Firma aufgrund des Druckes der in- und ausländischen Konkurrenz eingestellt. Auch die Ära der über viele Jahrzehnte produzierten Eigenmarke, der liebevoll genannten "Epp'schen Heizkörper" ging zu Ende.

Nach genau vierzig Jahren aktiver Mitarbeit schied Hans-Joachim Wiebe Ende 1996 aus der Firma aus. Er verkaufte seine Gesellschaftsanteile an seine Kinder, den Dipl. Ing. Johannes Wiebe und die Dipl. Betriebswirtin Maria-Luise Karoschinski. Johannes Wiebe war bereits Ende 1985 als Angestellter in die Firma eingetreten und hatte die Firmenanteile (Anfang 1995) von Gerhard Epp übernommen. Maria-Luise Karoschinski ist seit Anfang 1997 in der Firma tätig. Die Geschwister führten das Unternehmen einige Jahre gemeinsam, bis Anfang 2008 Johannes Wiebe aus dem Unternehmen ausschied und Maria-Luise Karoschinski alleinige Geschäftsführerin wurde.

Als Tochter des langjährigen Firmeninhabers Hans-Joachim Wiebe und Enkelin des Firmengründers Gerhard Epp ist Maria-Luise Karoschinski stolz darauf, die Tradition des Familienunternehmens fortzuführen und gleich- zeitig flexibel für neue Anforderungen zu sein:

„Langjährige Stammkunden und gut qualifizierte und beständige Mitarbeiter sind unser größtes Kapital. Das hat sich auch in hundert Jahren nicht geändert.”